Das Leben als Corpsstudent, für welches sich bereits seit Generationen immer wieder Studenten entscheiden, ist alles andere als als langweilig und altbacken, obwohl einiges zunächst zugegebener Maßen sehr konservativ erscheinen mag. Dennoch sind unsere Prinzipien, auf denen das Miteinander im Corps beruht, aktueller denn je.
Alltag auf dem Haus
Einen typischen Alltag auf dem Haus (so unsere Sprache) kann man nicht beschreiben. Den gibt es grob: Wir versuchen gemeinsam zu frühstücken, gemeinsam zu lernen, gemeinsam Dinge zu unternehmen, gemeinsam Fechten zu üben. Aber je nach Studium sind die Vorlesungen und Übungen anders terminiert. Natürlich kann man sich den Alltag wie auch sonst strukturieren und leben. Auf dem Haus hat man jedoch nahezu unbegrenzte Möglichkeiten, was die Beschäftigungen neben der Uni angeht. Vom gemeinsamen Fußball gucken, über ein Bierchen an der Theke, grillen im Garten oder im Pool chillen ist alles möglich. Im Kern bleibt das Motto immer bestehen: „Mit guten Freunden, gemeinsamen Zielen und Werten, Freude haben, ein erfolgreiches Studium abzuschließen und ein Leben lang verbunden zu bleiben„.
Dazu kommen noch der alljährliche Segeltörn, die Weinheimtagung und Feierlichkeiten im Kreise der Corpsbrüder. Aber auch Gesellschaftsabende wie der Besuch des alljährlichen RWTH-Galaballs stehen auf dem Programm.
Fuchsenzeit – Ein Mitglied auf Probe
Nachdem man sich gegenseitig kennenlernen durfte, und Du gesehen hast, dass wir trotz studentischer Traditionen mit der Zeit gehen und ein normales, modernes Miteinander leben, sowie Du Dich entschieden hast einzutreten, wirst du ein „Fuchs“ – also ein Mitglied auf Probe. Die Teilnahme an ein oder zwei Veranstaltungen kann Dir nur einen kleinen Eindruck von unserer Gemeinschaft vermitteln. Als Fuchs hast Du dann die Möglichkeit, auch in all die Dinge Einblick zu nehmen, die Nicht-Mitgliedern verborgen bleiben. In dem Kreis der Füchse hast Du die Chance, Dich in wöchentlichen Treffen mit Gleichgesinnten auszutauschen, die wie Du unsere Gemeinschaft besser kennenlernen möchten. Dazu genießt Ihr als eine eigenständige kleine Gemeinschaft nahezu „Narrenfreiheit“.
Die Fuchsenzeit dauert allgemein ein Jahr. In ihr wirst du einen Vortrag über ein studienfremdes Thema halten (Fuchsenvortrag), deine erste Mensur schlagen (Fuchsenmensur) und eine mündliche Prüfung über unser Corps und seine Geschichte ablegen. Natürlich darf die eigene Studienleistung nicht zu kurz kommen, schließlich ist ein erfolgreiches Studium auch ein Ziel des Corps.
Nach Erfüllung der Bedingungen in der Fuchsenzeit steht einer vollen Mitgliedschaft als Corpsbursch nichts mehr im Wege.

Burschenzeit – Zeit der Verantwortung
In deiner Zeit als Corpsbursch erhälst du die Chance, Verantwortung zu übernehmen und Dich als Führungskraft zu erproben, indem du das Corps als Chargierter zusammen mit zwei weiteren Corpsbrüdern leitest. Charge heißt so viel wie Aufgabe, Chargierter ist dann der, der die Aufgabe ausführt. In dieser Zeit lernst du viel für deine spätere berufliche Laufbahn. Da alle wichtigen Entscheidungen demokratisch gefällt werden, lernst du viel über Verhandlungsgeschick und Kompromissfindung.
Inaktivierung und Philistrierung
Nach erfolgreicher Charge, zwei weiteren Mensuren und einem Rhetorikseminar kann du Dich „inaktivieren“ lassen. Ab diesem Zeitpunkt hast du weniger Verpflichtungen und kannst Dich auf das Ende deines Bachelorstudiums konzentrieren.
Sobald du zwei Jahre fest im Berufsleben stehst kannst du Dich „philistrieren“ lassen. Ab diesem Moment bist du „Alter Herr“ und unterstützt die Jungen Aktiven.

